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Warum ist Singen lernen so schwierig?

Wenn ein geübter Sänger singt, so muss er sich dazu nicht besonders anstrengen und er braucht sich auch in keinster Weise zu verrenken.

Stattdessen bewegt er seinen Unterkiefer, seine Zunge, den Rachen und das Gaumensegel, den Kehlkopf und die Atemhilfsmuskulatur nicht mehr, als er es im Alltag auch tut.

Was das Singen so schwierig macht, ist die Tatsache, dass mehrere an sich ganz basale Bewegungsabläufe miteinander koordiniert werden müssen, wobei sich mehrere dieser Bewegungsabläufe überlagern. Andere laufen einander zuwider.

Weil sie sich überlagern oder einander scheinbar aufheben, aber auch weil die Ausführung der meisten Bewegungsabläufe mit zunehmender Routine immer kleiner wird, sind sie bei einem geübten Sänger nicht mehr zu erkennen.

Intuitives Singen als Auslöser für Stagnation

Sänger, deren Technik auf Intuition beruht, können die einzelnen Fragmente auch selbst gar nicht wahrnehmen.

Wenn Du über ausserordentliches Talent verfügst, so ist es auch gar nicht notwendig, dass Du Dir der einzelnen Puzzleteile Deiner Technik bewusst bist.

Sobald Du mit Deinem Gesang aber an Grenzen stösst, sei dies in der Höhe, im Klang, in der Beweglichkeit, in der Dynamik oder im Ausdruck, hilft Dir das Wissen um die Zusammensetzung Deiner Technik, weil es Dir die Möglichkeit gibt, gezielte Veränderungen daran vorzunehmen.

Minutiöser Aufbau der Grundtechnik als Lösung

Genau dieses Wissen vermittelt Dir das Gymnasium der Stimme, indem es Gesangstechnik in acht Bewegungsabläufe unterteilt. Diese Bewegungsabläufe sind exakt definiert und können durch gezielt Übungen isoliert voneinander wahrgenommen und automatisiert werden. Weitere Übungen ermöglichen es Dir, die einzelnen Bewegungsabläufe einen nach dem anderen miteinander zu synchronisieren, bis Du schliesslich alle miteinander als eine einzige Technik voll automatisiert hast.

Dieses Programm erfordert von Dir Disziplin und Präzision, denn es besteht aus vielen sehr basalen Übungen und wenig Durchsingen von Arien. Im Gegenzug verhilft es Dir zu einer phänomenalen Grundtechnik, mit der Du zukünftig keine technischen Limiten mehr begegnen wirst. Und das verrückte ist: Sobald Die Automatisierung abgeschlossen ist, wird es Dir vorkommen, als basiere alles auf Deiner Intuition, und als wärst Du ein „geborener“ Sänger. Der kleinschrittige Lernprozess dahin aber wirst Du schon wieder vergessen haben…

Es liegt an Dir, zu entscheiden, ob Du einen steinigen, aber kurzen Weg zu Deinem grossen Ziel gehen willst, oder  ob Du es vorziehst, irgendwo auf der bequemen Hauptstrasse stecken zu bleiben.

1 Comment Write a comment

  1. Sehr geehrte Frau Albiez,
    um meine Tenorstimme im oberen Passagio zu verbessern, weil ich als langjähriger Chorsänger jetzt bei der Matthäus Passion mitsingen möchte, bin ich nach zahlreichen Internetrecherchen auf ihre Internetseite gestoßen.
    ” Gymnasium der Stimme”. Das Problem, von der Mittellage in höhere Bereiche ohne Brüche zu wechseln kennen ja die meisten Tenorsänger. Und ich bin schon lange auf der Suche nach einer praktischen” Schritt für Schritt-Anleitung”, wie ich ohne Gesangslehrer dahin kommen kann. Ich singe schon seit ca. 40 Jahren im Chor: Kinderchor Sopran mit diversen solistischen Auftritten, nach dem Stimmbruch Tenor in Kirchen- u. Kammerchören ,z.B. Bach -Motetten, Weihnachtsoratorium v. Saint Saens , Messias, Tedeum v. Händel etc. Somit habe ich auch schon viele Chorleiter kennengelernt. An Stimmbildung wurden die üblichen Ratschläge vermittelt: locker hinten weit auf etc.
    Aber eine weiterführende Stimmbildung oder das Aufschließen der Singstimme ist o. war ja auch nicht Ihre Hauptaufgabe. Dann habe ich diverse Literatur studiert z.B. Singen(Husler, Rodd- Marling) und im Internet recherchiert.
    Und dabei bin ich zu ihrer Internetseite und dem Tutorial 1 Kopfstimme gekommen. Mein erster Eindruck beim Lesen war: erstklassig, weil sie eine präzise, ausführliche Anleitung geben , die z. B. auch auf Fehler beim Üben hinweisen, und unter Stimmtechnik und Stimmterminologie darlegen, welche z.Z . bekannte u. anerkannte wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen. Hinzu kommt, da es sich um ein Gymnasium handelt, würde ich für Sprache u. Ausdruck die Noten. anspruchsvoll, ausgezeichnet geben.
    Seit 2 Monaten übe ich 30 Min. 2x täglich Vokalisen. Der Stimmsitz ist besser geworden, d.h. die Stimme ist fester geworden. Ich möchte die Ergebnisse mit einem Aufnahmegerät überprüfen.

    Herzliche Grüße
    B. Schäfer

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